Das prunkvolle Grazer Schloss
Wenn du in Graz unterwegs bist, kommst du an Schloss Eggenberg eigentlich nicht vorbei. Es ist nicht nur das größte Schloss der Steiermark, sondern auch eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten in ganz Österreich. In Graz gehört es zu den 13 großen Sehenswürdigkeiten – den Klassikern in Graz. Das Tolle daran ist die Lage: Du musst nicht weit raus aufs Land fahren, sondern findest dieses riesige Areal mitten im Stadtgebiet. Egal ob du dich für Geschichte interessierst, die Museen besuchen willst oder einfach nur eine Runde im Grünen drehen möchtest – das Schloss bietet für jeden etwas. Schloss Eggenberg ist bekant für seine prunkvolle und weitläufige Bauweise, das besondere kosmologische Konzept und den rießigen Schlossgarten außenherum mit den Pfauen.

Schloss Eggenberg
Schon sobald du vor vor der gewaltigen Schlossanlage stehst, fällst du ins Staunen. Das Schloss Eggenberg beeindruckt schon von außen durch seine enorme Größe und die weitläufigen Fassaden. Die quadratische Form des Schloss Eggenberg von oben, die symmetrische Ansicht von vorne, und die hoch aufragenden und verzeirten Türme auf beiden Seiten lassen das Schloss monumental wirken. Auch die freistehende Lage im Schlosspark, rückt das Schloss Eggenberg in eine dominante Position, die von nichts anderm gestört oder überdeckt wird. Um das Schloss herum verläuft auch noch ein trockener Bruggraben, der das Gebäude zusätzlich abgrenzt und hervorhebt. Erbaut wurde das Schloss Eggenberg übrigens erst im 17. Jahrhundert, also deutlich später als zum Beispiel der Grazer Uhrturm.
Wenn du hineingehst, merkst du schnell, dass es auch hier viel zu entdecken gibt. Die Einrichtung ist nicht minder prunkvoll und beeinducken als von außen. Das Gebäude ist so aufgebaut, dass es ein riesiges Abbild der Zeit und des Kosmos darstellt. Es gibt insgesamt 365 Außenfenster, was genau den Tagen eines Jahres entspricht. Auch die 24 Prunkräume sind kein Zufall, sie stehen für die Stunden eines Tages. Und natürlich gibt es auch 4 Ecktürme – einer für jede Jahreszeit. In der Mitte des Schlosses befindet sich auch ein prachvoller Arkadeninnenhof. Seit 2010 gehört das Schloss Eggenberg übringens auch zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Der Planetensaal
Der Planetensaal ist zweifellos das Highlight im Inneren des Schlosses. Er liegt im zweiten Stock und wurde im 17. Jahrhundert vom Maler Hans Adam Weissenkircher gestaltet. Wenn du den Saal betrittst, siehst du an der Decke und an den Wänden ein riesiges Bildprogramm. Gezeigt werden die damals bekannten sieben Planeten, die mit den Wochentagen, verschiedenen Metallen und sogar Familienmitgliedern der Eggenberger verknüpft sind. Auch die 12 Tierkreiszeichen sind dort abgebildet. Früher wurden hier wichtige Feste gefeiert, heute ist es vor allem ein Ort, an dem man die barocke Pracht aus nächster Nähe sehen kann.

Konzept von Schloss Eggenberg
Hinter dem Bau von Schloss Eggenberg steckt ein sehr spezielles Konzept, das man “astronomisches Programm” oder auch “kosmologisches Konzept” nennt. Der Bauherr wollte die Ordnung des Universums in Stein fassen. Neben den exakt 365 Fenstern, die die 365 Tage im Jahr, und 24 Prunkräumen, für die 24 Stunden eines Tages, gibt es zum Beispiel auch 52 Türen in der Beletage, die für die Wochen eines Jahres stehen. Die vier Ecktürme des Schlosses sind genau nach den Himmelsrichtungen ausgerichtet und symbolisieren zudem die vier Jahreszeiten.
Pro Stockwerk gibt es auch genau 31 Räume, die die maximale Anzahl an Tagen pro Monat repräsentieren. Im zweiten Stock sind davon 24 Prunkräume, die wiederum für die 24 Stunden des Tages stehen. Da sie sich ein zwei symmetrische Hälften teilen lassen, stehen sie auch für die 12 Tag- und Nachtsunden des Tages. Sogar die Anzahl der Tore und Stiegen folgt dieser Logik. So ist Schloss Eggenberg sozusagen ein riesiger, begehbarer Kalender.

Geschichte des Schloss Eggenberg
Die Geschichte des Schlosses ist eng mit der Familie Eggenberg verbunden. Hans Ulrich von Eggenberg, ein einflussreicher Berater von Kaiser Ferdinand II., gab den Bau im Jahr 1625 in Auftrag. Als Architekt wurde dafür Giovanni Pietro de Pomis aus Mailand engagiert. Hans Ulrich von Eggenberg wollte einen repräsentativen Sitz schaffen, der seinen Aufstieg zum Fürsten unterstreicht. Vor dem Barockschloss stand an derselben Stelle ein mittelalterlicher Bau, von dem heute noch die gotische Kapelle im Zentrum des Schlosses erhalten ist. Nachdem die Familie Eggenberg 1717 im Mannesstamm ausstarb, wechselte das Schloss mehrfach den Besitzer, unter anderem an die Familie Herberstein, bevor es schließlich während des Nationalsozialismus in öffentliche Hand überging.
Wem gehört das Schloss Eggenberg heute?
Heute ist das Schloss nicht mehr in Privatbesitz. Seit dem Jahr 1939 gehört die gesamte Anlage dem Land Steiermark. Verwaltet wird es vom Universalmuseum Joanneum. Das ist für dich als Besucher super, weil dadurch sichergestellt ist, dass das Schloss und der Park für die Öffentlichkeit zugänglich sind und regelmäßig instand gehalten werden. Es wird viel Geld und Arbeit investiert, um die historischen Räume und die Kunstschätze für die nächsten Generationen zu bewahren.

Museum Schloss Eggenberg
Im Schloss sind heute gleich mehrere Museen untergebracht, sodass du dort locker einen ganzen Nachmittag verbringen kannst. Zum einen gibt es die Prunkräume, die du allerdings nur mit einer Führung besichtigen kannst. Dann gibt es die “Alte Galerie”, in der du Kunstwerke vom Mittelalter bis in die Barockzeit findest. Ein weiterer Teil ist das Archäologiemuseum, in dem unter anderem der berühmte Strettweger Kultwagen steht – ein Fundstück aus der Eisenzeit, das man gesehen haben muss. Auch das Münzkabinett ist im Schloss untergebracht und zeigt die zweitgrößte Münzsammlung Österreichs. Du siehst also, neben dem Schloss an sich gibt es in Eggeberg einiges zu entdecken. Die klassische Schlossführung, ist aber die durch die Prunkräume. Ich würde dir diese auch auf jedenfall empfehlen und den anderen Ausstellungen vorziehen, wenn du dich für eine entscheiden musst.

Der Schlosspark
Der Schlosspark ist für viele Grazer das eigentliche Herzstück der Anlage. Er ist riesig und bietet viel Platz zum Spazierengehen oder einfach nur zum Sitzen auf einer Bank. Kurz zur Einordnung, der Schlosspark ist knapp 18 ha groß, das entspricht etwas weniger als der Hälfte des Vatikans. Ursprünglich war der Park streng barock angelegt, wurde aber im 19. Jahrhundert in einen englischen Landschaftsgarten umgewandelt. Eine der bekanntesten Besonderheiten sind die Pfauen, die dort frei herumlaufen und oft lautstark auf sich aufmerksam machen. Es gibt auch einen “Planetengarten”, der erst vor einigen Jahren neu gestaltet wurde und die Themen des Schlosses in der Bepflanzung aufgreift.
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Die gotische Schlosskapelle
Eine echte Besonderheit, die du im Inneren des Barockbaus vielleicht nicht sofort vermutest, ist die Schlosskapelle. Sie ist gewissermaßen das „alte Herz“ der Anlage. Während das restliche Schloss im 17. Jahrhundert komplett neu hochgezogen wurde, hat man die mittelalterliche Kapelle des Vorgängerbaus einfach stehen gelassen und geschickt in den Neubau integriert. Sie ist der Heiligen Maria gewidmet und stammt im Kern aus dem 15. Jahrhundert. Wenn du heute davorstehst, bemerkst du den spannenden Kontrast: Außen herum ist alles prunkvoller Barock, aber die Kapelle selbst hat ihre gotischen Züge behalten. Für die Familie Eggenberg war dieser Ort extrem wichtig, um die lange Tradition und den tiefen Glauben der Familie zu zeigen.

UNESCO Welterbe
Ein wichtiger Punkt für die Bedeutung von Schloss Eggenberg ist die Auszeichnung als UNESCO-Welterbe. Im Jahr 2010 wurde das Schloss offiziell in die Liste aufgenommen, und zwar als Erweiterung der Grazer Altstadt. Zu dieser Zone gehört übrigens auch der Schlossberg dazu. Damit wird gewürdigt, dass die Anlage in ihrer Gesamtheit aus Architektur, Kunst und Gartenkunst weltweit einzigartig ist. Mit der Aufnahme in das UNESCO-Welterbe soll gewährleistet werden, dass das Schloss Eggenberg auch noch für zukünftige Gernerationen im heutigen Zustand erhalten bleibt. Insgesamt umfasst die Kernzone des UNESCO-Welterbes in Eggenberg etwa 19 ha. Wenn du dort bist, besuchst du also einen Ort von internationalem Rang, was man an der Qualität der Erhaltung auch deutlich merkt.
Öffnungszeiten Schloss Eggenberg
Bei den Öffnungszeiten musst du ein bisschen aufpassen, da sie saisonal unterschiedlich sind. Die Museen und die Prunkräume haben von Ende März bis Ende Oktober geöffnet, in der Regel von Dienstag bis Sonntag zwischen 10:00 und 18:00 Uhr. Im Winter sind die Innenräume meist geschlossen, da es heute nach wie vor noch keine Heizung in den Räumen gibt, um sie möglichst getreu zu erhalten.
Der Schlosspark hingegen ist das ganze Jahr über zugänglich, allerdings ändern sich die Schließzeiten je nach Saison. Im Winter, also vom 1. Jänner bis zum 14. März, kannst du den Park von 8:00 bis 17:00 Uhr nutzen. Sobald es im Frühling länger hell bleibt, werden auch die Zeiten großzügiger: Vom 15. März bis zum 2. November ist der Schlosspark von 8:00 bis 19:00 Uhr geöffnet. Wenn es dann im Spätherbst wieder früher dunkel wird, gelten vom 3. November bis zum 31. Dezember wieder die kürzeren Zeiten von 8:00 bis 17:00 Uhr.

Eintritt Schloss Eggenberg
Der Eintritt ist gestaffelt, je nachdem, was du sehen willst. Wenn du nur in den Park möchtest, zahlst du eine kleine Gebühr (derzeit 3 Euro, Kinder unter 19 sind aber kostenlos). Für die Museen und die Schlossführung gibt es sowohl Einzel- als auch Kombitickets, die für Erwachsene 16 bis 21 Euro kosten. Es gibt aber auch Ermäßigungen für Studenten, Senioren und Familien. Wenn du eine Joanneumskarte hast, ist der Eintritt in die Museen oft inkludiert. Die Tickets kannst du direkt beim Eingang im Shop kaufen.
Lage Schloss Eggenberg
Das Schloss liegt im Westen von Graz, im 14. Bezirk (Eggenberg) unterhalb des Plabutsch und dem Fürstenstand. Das Schloss Eggenberg befindet sich aber dabei immer noch in der Stadt Graz und nicht außerhalb. Die Adresse ist Eggenberger Allee 90. Du kannst das rießige Schloss und den großen Schlosspark außenherum kaum verfehlen. Von der Innenstadt aus bist du in etwa 15 bis 20 Minuten dort. Am bequemsten ist die Anreise mit der Straßenbahnlinie 1, die direkt von der Innenstadt zur Haltestelle “Schloss Eggenberg” fährt. Von dort sind es nur noch ein paar Meter zu Fuß bis zum Haupttor. Mit dem Auto ist es schwieriger, da es direkt beim Schloss kaum Parkplätze gibt und die Zone rundherum oft gebührenpflichtig ist.



