Stadtpark Graz

Stadtpark Graz

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Grünes Herz mitten in Graz

Mitten im Herzen von Graz, unterhalb des majestätischen Schlossbergs, liegt eine Park, der bei den Grazer und Besurchern seit jeher sehr beliebt ist: der Stadtpark Graz. Der Stadtpark Graz ist mehr als Rasen und Bäume: er ist ein lebendiger Treffpunkt, Freiraum und Freizeitort zugleich. Ob du Ruhe suchst, mit Freunden Sport machen willst oder einfach nur ziellos zwischen Kastanien flanieren möchtest- der Park ist groß genug und bietet für alles den passenden Platz. Direkt im Zenturm von Graz, nahe der Altstadt bietet der Grazer Stadtpark beim Spaziergang im Schatten alter Bäume, beim gemütlichen Picknick auf der Wiese oder beim Beobachten der Enten am Teich schnell Ruhe in der hektischen Stadt.

Wunderbare Stimmung im Stadtpark Graz am Ententeich

Der Stadtpark Graz

Der Stadtpark Graz liegt im ersten Bezirk in Graz, also sehr zentral in der Innenstadt. Er grenzt direkt an den Schlossberg, an das ehemalige Burgtor und den Burggarten an. Mit seinen rund 22 Hektar Fläche ist er die größte innerstädtische Grünanlage und zählt zu den beliebtesten Erholungsorten der Grazerinnen und Grazer.

Hier treffen sich Frühaufsteher zum Joggen, Studierende zum Lernen auf der Wiese, Kinder zum Spielen und Freunde zum Slacklinen, Frisbee oder Spikeball spielen. Im Sommer verwandeln sich die Rasenflächen in bunte Treffpunkte, wo verschiendenste Leute im Stadtpark Graz zusammenkommen. Hier wird wirklich jeder fündig. Viele breiten an schönen Tagen ihre Decken aus, um gemeinsam zu spielen zu picknicken oder einfach nur zu entspannen. Läufer und Radfahrer bewegen sich zischen den vielen Alleen und Familien und Freunde kommen zusammen. Auch zum spazieren, entspannen und abschalten zwischen den Bäumen ist der Stadtpark natürlich bestens geeigent.

Da der Stadtparkt Graz gleich an den Schlossberg angrenzt, kannst du zum Beispiel über den Aufgang in der Jahngasse, gleich weiter auf den Schlossberg spazieren. Wusstest du, dass sich auf dem Schlossberg über 30 Sehenswürdigkeiten befinden? Manche wie der Uhrturm sind weltweit bekannt, andere wie das Ägyptische Tor kennt kaum jemand.

Moritz Ritter von Franck – der Gründer des Stadtparks
Spikeball spielen auf der Wiese unter dem Katholikentagskreuz im Stadtpark

Der Stadtparkbrunnen

Im Herzen des Stadtparks sprudelt seit fast eineinhalb Jahrhunderten eines seiner bekanntesten Wahrzeichen: der Stadtparkbrunnen, auch Franz-Joseph-Brunnen genannt. Der große Stadtparkbrunnen ist ganz klar das Zentrum und der Mittelpunkt des Grazer Stadtparks.

Seine Geschichte beginnt auf der Wiener Weltausstellung 1873. Der prunkvolle Gussbrunnen war ursprünglich für Wien vorgesehen, doch dort zögerte man – und so schlug Graz zu. Für 30.000 Gulden kaufte die Stadt das Kunstwerk und stellte es 1874 im Zentrum des neuen Stadtparks auf. Am 4. Oktober 1874 wurde er dann schließlich in Betrieb genommen. Zu Ehren des Kaisers wurde der Stadtparkbrunnen Franz-Joseph-Brunnen getauft.

Der neu eröffnete Stadtparkbrunnen Graz

Die monumentale, mehrstufige Brunnenskulptur stammt vom französischen Bildhauer Jean-Baptiste-Jules Klagmann. Sie besteht aus mehreren Becken mit einer hohen Säule in der Mitte, die durch ein kleiens, rundes Dach abgschlossen wird. Der Brunnen zeigt Figuren, die Flüsse, Jahreszeiten und Naturkräfte symbolisieren. Ein typisches Motiv der Gründerzeit, das sowohl Reichtum als auch Harmonie zwischen Mensch und Natur ausdrücken sollte. Überall am Stadtparkbrunnen befinden sich Wasserspeier und Öffnungen, die Fontänen und Wasserfälle hervorbringen.

Der Brunnen misst über sieben Meter Höhe und besitzt ein rund acht Meter breites Wasserbecken, das von Sitzbänken und Blumenbeeten eingerahmt ist. Die Figuren und Verzierungen bestehen Großteils aus Bronze und Gusseisen. Am 4. Oktober 1874 wurde er feierlich in Betrieb genommen und nach Kaiser Franz Joseph I. benannt.

Nach über einem Jahrhundert im Einsatz wurde der Brunnen in den letzten Jahren aufwendig restauriert. Die Generalsanierung umfasste sowohl die Bronzefiguren als auch die Wassertechnik und die Steinbecken. Am 15. Oktober 2025 ging der frisch sanierte Brunnen schließlich wieder in Betrieb. Hinter dem Brunnen siehst du auch hoch den Schlossberg mit dem Uhrturm aufragen.

Ententeich und Schanzgraben

Am innerstädtischen Rand des Stadtparks, nahe der Burgmauer, liegt ein kleiner, idyllischer Ententeich. Sein Wasser speist den sogenannten Schanzgraben, der sich entlang der Burgmauer des Burggartens zieht. Dieser mit Wasser gefüllte Graben war einst Teil der Verteidigungsanlagen der Grazer Burg – heute aber ist er ein malerischer Ort, an dem auch wieder einige Skulpturen und Statuen stehen.

Die Form des Grabens ist durch die alte Mauer geprägt. Ein markantes, fast L-förmiges Gewässer, das den Spaziergang entlang des Grabens besonders macht. Zwischen den Bäumen und Statuen entlang des Weges spiegeln sich die Mauern im Wasser, und mit etwas Glück sieht man Enten und Libellen über die Oberfläche huschen.

Im Stadtpark selbst gibt somit zwei Teichanlagen, die beide miteinander verbunden sind. Zum Baden taugen sie aber nichts, da sie nicht tief und ihr Wasser auch nicht besonders sauber ist. Dafür sind hier, wie der Name schon vermuten lässt, meist Enten anzutreffen.

Am Ententeich Stadtpark Graz
Blick auf den L-förmigen Schanzgraben im Stadtpark

Entstehung und Konzept des Stadtparks

Die Ursprünge reichen bis 1787, als das Areal noch Teil der sogenannten Glacisflächen war – der ehemaligen Freiflächen vor der Stadtmauer. Damals wurde großzügig mit der Bepflanzung dieser Flächen begonnen und die Damm-Allee entstand. Erst 1869 wurde der Stadtpark offiziell gegründet – dank des Engagements vom damaligen Bürgermeister von Graz Moritz Ritter von Franck. Für die Organisation und den Bau des Stadtparks und die anschließende Erhaltung wurde dazumals extra ein Verein ins Leben gerufen: der Verein zur Stadtverschönerung in Graz. Abgeschlossen wurden die Arbeiten am Stadtpark dann schließlich im Jahre 1872. Geplant wurde der Stadtpark übrigens von Ernst Matthèy-Guenet.

Stadtpark Graz

Gestaltet wurde die Anlage nach dem Vorbild eines englischen Landschaftsgartens – mit geschwungenen Wegen, offenen Sichtachsen und einer naturnahen Bepflanzung. Heute wachsen hier nahezu 2.000 Bäume, viele davon über hundert Jahre alt. Die imposanten Kastanien, Linden, Platanen und Ahornbäume spenden Schatten, säumen die Alleen und verleihen dem Park seinen unverwechselbaren Charakter. Zahlreiche Denkmäler und Büsten erinnern an Dichter, Wissenschaftler und Künstler – und verleihen dem Stadtpark damit auch einen Hauch Kultur.

Heute steht die gesamte Anlage des Stadtpark Graz auch unter Denkmalschutz und der Park ist eine der vielen Sehenswürdigkeiten in Graz.

Büste der Syria die ehemals auf der Keplerbrücke stand im Stadtpark Graz

Der Burggarten am Stadtpark Graz

Direkt angrenzend an den Stadtpark befindet sich der Burggarten, der einst als privater Garten des Landeshauptmanns diente und heute öffentlich zugänglich ist. Er befindet sich gleich oberhalb des Schanzgrabens.

Während im Stadtpark das Leben pulsiert, wirkt der Burggarten beinahe wie sein ruhiger, eleganter Bruder. Gepflegte Wege, alte Bäume und die hübsche Orangerie verleihen ihm einen leicht aristokratischen Charme. Hier kann man wunderbar flanieren, lesen oder einfach im Schatten der hohen Mauern träumen – mit Blick auf den Schlossberg im Hintergrund.

Das Stadtpark Forum

Mitten im Stadtpark Graz, hinter dem Stadtparkbrunnen und oberhalb des Ententeichs steht das Forum Stadtpark. Das Stadtpark Forum ist heute ein Zentrum für zeitgenössische Kunst und Kultur. In den 1950er-Jahren entstand es aus einer Künstlerbewegung, die neue, progressive Ausdrucksformen suchte. Betrieben wird das Forum von der Kunsthaus Graz GmbH, die auch hinter dem Kusthaus Graz steht. Hinter dem Forum sieht man hoch oben auf dem Schlossberg auch die Spitze des Glockenturms Liesl aufragen.

Im ehemaligen Stadtpark-Café befindet sich heute ein lebendiger Kulturort mit Ausstellungen, Lesungen, Performances und Diskussionen. Hier treffen sich Kunst, Gesellschaft und Natur – und wer vom Spaziergang direkt in eine Ausstellung stolpert, spürt genau das, was den Stadtpark so besonders macht: die Verbindung von Bewegung, Begegnung und Inspiration.

Das Stadtpark Forum mit dem Glockenturm Liesl auf dem Schlossberg im Hintergrund

Die Stadtpark-Info

Die Stadtparkinfo ist ein kleines Gebäude am Eingang des Stadtparks in der Sauraugasse auf der Seite der Grazer Altstadt. Zum einen findest du darin eine Ausstellung über den Stadtpark Graz, wo du mehr über die Tier- und Pflanzenwelt des Stadtparks und seine Geschichte erfährst. Zum anderen kannst du dort den Stadtparkguides auch direkt Fragen stellen, die dich näher und spezifisch zur Natur und Kultur des Stadtparks informieren und dir auch sonstige Auskunft geben. Die Stadtpark Info ist immer Mittwoch, Freitag, Samstag und Sonntag von 13 bis 18 Uhr geöffnet und dienstags und donnerstags von 11 bis 18 Uhr. Am Montag ist Ruhetag.

Direkt neben dem Gebäude der Stadtparkinfo befindet sich auch ein großer Kinderspielplatz.

Das neue Häuschen der Stadtparkinfo Graz

Das große Katholikentagskreuz

Ziemlich zentral im Stadtpark Graz, nahe dem Platz der Versöhnung, ragt ein großes Holzkreuz in der Wiese auf, das sogenannte Katholikentagskreuz. Es ist rund 20 Meter hoch und besteht aus Fichtenholz. Für viele Grazer gehört es einfach zum Stadtpark dazu und dient höchstens als Treffpunkt im Park. Tatsächlich wurde es zwischen 26. und 28. Juni 1981 zum Steirischen Katholikentag errichtet. Anlass für die Errichtung war eine große Messe im Stadtpark Graz mit Bischof Johann Weber, zu der knapp 80.000 Gläubige kamen. Gestaltet hatte das Kreuz damals Jörg Mayer. Das Kreuz wurde nach der Messe allerdings stehen gelassen und steht so bis heute fast unübersehbar im Grazer Stadtpark.

Das große Katholikentagskreuz im Stadtpark Graz steht immer noch

Lage und Ausdehnung des Stadtpark Graz

Der Stadtpark liegt im Zentrum von Graz, am Rande des ersten Bezirks, zwischen dem Schlossberg und der Glacisstraße. Von der Altstadt sind es nur wenige Gehminuten bis zum Park. Am besten ist er über die Oper, die Sporgasse oder die Hofgasse mit dem alten Burgtor erreichbar. Auch die Nähe zur Grazer Uni macht den Park für viele Studendten attraktiv, die in nur 5 Gehmiunten den Park erreichen.

Vom Schlossberg kommst du über den Weg zur Jahngasse direkt in den Stadtpark hinab. Und vom Stadtpark natürlich auch sofort hinauf auf den Schlossberg und zum Uhrturm. Schau hier für den genauen Weg auf den Schlossberg.

Aufgang zum Schlossberg Schlossberg von der Jahngasse im Stadtpark

Der Stadtpark Graz erstreckt sich beinahe über die gesamte Breite des ersten Bezirks, an dessen östlichen Ende er liegt und von der Glacisstraße begrenzt wird. Im Norden beginnt der Park am Schlossberg bei der Jahngasse, läuft dann unterhalb des Schlossbergs entlang bis er dann von der Altstadt begrenzt wird. Im Süden erstrekt sich der Stadtpark bis hin zur Grazer Oper. So kommt er auf eine Fläche von knapp 22 Hektar.

Der Stadtpark befindet sich noch im ersten Grazer Bezirk

Parken im Grazer Stadtpark

Wenn du schon in der Grazer Altstadt unterwegs bist, lohnt es sich nicht mit dem Auto zum Stadtpark zu fahren. Du bist in nur wenigen Minuten zu Fuß dort und so viel schneller. Außerdem kannst du im Stadtpark selbst nur begrenzt Parken, etwa in der Burgring Garage, in der Operngarage, am Paulustor oder am Jakominiplatz. Auf einigen Straßen kannst du zwar auch durch den Stadtpark hindurchfahren, aber wirklich in den Park hinein kommst du nur zu Fuß. Autos können dort schlicht nicht fahren. Für weitere Parkplätze um den Stadtpark schau unter Parken am Schlossberg.

Parken am Stadtpark Graz - am besten in der Tiefgarage
Parken am Stadtpark Graz – am besten in der Tiefgarage

Öffnungszeiten im Stadtpark Graz

Der Stadtpark ist ganzjährig und rund um die Uhr frei zugänglich. Der Stadtpark ist eine öffentlich zugängliche Parkanlage und es gibt keinen Zaun oder Tore, die den Eingang verhinder. Spaziergänge sind also sowohl im Morgengrauen als auch bei Abenddämmerung möglich – besonders schön, wenn das Licht durch die alten Baumkronen fällt.

Einzelne Einrichtungen wie das Forum Stadtpark oder die Orangerie im Burggarten haben eigene Öffnungszeiten, die saisonal variieren.

Einzig können durch allfälligen Arbeiten an den Bäumen und den Wegen einzelne Abschnitte des Parks zeitweise gesperrt sein. Diese Sperrungen dauern in der Regel aber nur wenige Stunden bis Tage und betreffen nicht den gesamten Stadtpark.

Wenn du nach dem Stadtpark auch noch auf den Schlossberg willst, schau hier für die Schlossberg Öffnungszeiten und hier für die Öffnungszeiten am Uhrturm.

Blick auf den Uhrturm im Stadtpark

Eintritt am Stadtpark

Der Eintritt in den Stadtpark selbst ist frei — er gehört zu den öffentlichen Grünräumen der Stadt. Im Gegensatz zu machen anderen Städten kommst du in Graz kostenlos in den Stadtpark. Kosten können für Sonderführungen, Ausstellungen im Forum Stadtpark oder bestimmte Veranstaltungen anfallen. (Für Museen, Orangerie-Events oder Kulturangebote bitte die jeweiligen Betreiberseiten konsultieren.)

Schau hier, wenn du dich für den Eintritt am Schlossberg und die Preise am Uhrturm interessierst.

Weitläufige Wege und Wiesen im Stadtpark Graz

Botanik im Stadtpark Graz

Wer durch den Stadtpark spaziert, spürt schnell, dass hier nicht nur eine Grünanlage, sondern ein botanisches Kleinod mitten in der Stadt entstanden ist. Auf der großen Fläche des Parks breitet sich eine erstaunlich vielfältige Vegetation aus – das Ergebnis von über 150 Jahren sorgfältiger Pflege, gezielter Pflanzungen und natürlicher Entwicklung. Heute stehen im Park rund 1.925 Bäume, darunter einige wahre Riesen, die schon Generationen überdauert haben.

Besonders prägend sind die mächtigen Rosskastanien, die in langen Reihen die Hauptalleen säumen. Im Frühling verwandeln sie mit ihren Blütenkerzen den Park in ein duftendes Blütenmeer. Daneben finden sich noch etwa 150 andere Gattungen im Stadtpark, darunter Platanen, Linden, Ahorn- und Buchenarten, deren breite Kronen im Sommer Schatten spenden und den Park in eine grüne Kathedrale verwandeln. Im Herbst leuchten ihre Blätter in satten Gelb-, Rot- und Brauntönen – ein Schauspiel, das den Stadtpark zu dieser Jahreszeit in warmes Licht taucht.

Vielfältige Folra im Stadtpark Graz

Doch nicht nur heimische Arten prägen das Bild: Schon im 19. Jahrhundert legte man Wert auf botanische Vielfalt und experimentierte mit exotischen Gehölzen. So finden sich heute auch Ginkgo biloba, Tulpenbäume, Zedern, Zypressen und sogar Mammutbäume im Bestand – Relikte einer Zeit, in der die Pflanzenkunde als Zeichen von Bildung und Weltgewandtheit galt. Viele dieser Baumarten stammen aus botanischen Sammlungen der Universität Graz oder wurden über internationale Baumschulen bezogen.

Die Bepflanzung folgt keiner strengen Geometrie, sondern dem Prinzip des englischen Landschaftsgartens, der Natürlichkeit und malerische Wirkung bevorzugt. Geschwungene Wege führen durch wechselnde Baumgruppen, lichte Wiesen und kleine Bauminseln, die stets neue Perspektiven eröffnen. Dieses Konzept war revolutionär für seine Zeit – weg von der starren barocken Ordnung hin zu einem naturnahen Ideal.

Die Geschichte des Grazer Stadtparks

Die Geschichte des Grazer Stadtparks erzählt zugleich die Geschichte der Stadt selbst – von einer befestigten Garnison hin zu einer offenen, modernen Kulturstadt. Ursprünglich lag das Gebiet, auf dem der heutige Park steht, außerhalb der mittelalterlichen Stadtmauern und war Teil der sogenannten Glacisflächen. Diese breiten, unbebauten Streifen dienten im 17. und 18. Jahrhundert der militärischen Verteidigung: freies Schussfeld und Sichtbereich rund um die Festungswerke des Schlossbergs und der Burg.

Als die Befestigungen im späten 18. Jahrhundert zunehmend ihre militärische Bedeutung verloren, begann man, die Flächen langsam zivil zu nutzen. Ab 1787 wurden erste Teile begrünt, Alleen angelegt und Spazierwege geschaffen – eine erste Annäherung an das, was später zum Stadtpark werden sollte. Dennoch blieb das Areal lange Zeit teils verwildert und ohne klares Konzept.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts veränderte sich das Stadtbild rasant. Graz wuchs, das Bürgertum erstarkte, und der Wunsch nach öffentlichen Grünanlagen wurde lauter. Die Stadt verhandelte mit der Militärverwaltung über die Nutzung der Flächen und konnte schließlich 1868 durch einen Grundstückstausch den größten Teil des ehemaligen Glacis erwerben.

Ein Jahr später, 1869, gründete sich der Stadtparkverein unter der Leitung von Moritz Ritter von Franck. Der damalige Bürgermeister und ein engagierter Grazer, der als eigentlicher Vater des Stadtparks gilt. Sein Ziel war es, eine Anlage zu schaffen, die der Bevölkerung als Erholungsraum diente, aber zugleich ästhetisch und bildend wirkte. Der Entwurf orientierte sich an den Ideen des englischen Landschaftsgartens, der damals als Inbegriff moderner Gartenkunst galt: weite Rasenflächen, geschwungene Wege, freie Blickachsen und gezielt platzierte Baumgruppen.

Der Gründer des Stadtpark Graz Moritz Ritter von Franck

Schon bald nach der Eröffnung wurde der Park zum gesellschaftlichen Mittelpunkt. Der Ankauf des großen Stadtparkbrunnens von der Wiener Weltausstellung 1873 war ein Prestigeprojekt, das den Park aufwertete und symbolisch krönte. Am 4. Oktober 1874 wurde der Brunnen in Betrieb genommen.

Weiterer Verlauf

In den folgenden Jahrzehnten wurde die Anlage laufend erweitert und ausgeschmückt. Zahlreiche Denkmäler, Büsten und Gedenksteine wurden errichtet, um bedeutende steirische Persönlichkeiten zu ehren. Darunter Dichter wie Nikolaus Lenau, Komponisten wie Franz Schubert, aber auch Forscher, Schriftsteller und Politiker. So wurde der Stadtpark nicht nur Ort der Erholung, sondern auch ein Ort der Erinnerung und Bildung.

Das 20. Jahrhundert brachte Wandel und Herausforderungen. Während der Weltkriege wurde der Park teilweise vernachlässigt, doch sein Grundcharakter blieb erhalten. Nach 1945 erfolgte eine behutsame Wiederherstellung, neue Wege und Beleuchtungen wurden angelegt, Spielplätze und Freiflächen integriert. In den 1980er- und 1990er-Jahren erfuhr der Park schließlich eine umfassende denkmalpflegerische Neubewertung. Seine historische Struktur, die botanische Vielfalt und die kulturelle Bedeutung wurden dokumentiert und unter Schutz gestellt.

Heute steht der Stadtpark Graz offiziell unter Denkmalschutz und wird von der Stadt sorgfältig gepflegt. Moderne Pflegepläne verbinden historische Gestaltung mit zeitgemäßer Stadtökologie – abgestimmt auf Klima, Nachhaltigkeit und Besucherfreundlichkeit. Die Generalsanierung des Stadtparkbrunnens (Abschluss 2025) ist nur eines von mehreren Projekten, die sicherstellen, dass dieser Ort auch künftigen Generationen in seiner Schönheit erhalten bleibt.

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